Die Schlacht von Wagram am 5. /6. Juli 1809

 

zu den wenigen europäischen Schlachtfeldern, die heute noch im Zustand des damaligen historischen Geschehens erhalten sind, gehört das nördlich von Wien im Marchfeld gelegene Deutsch-Wagram, hier schlug Napoleon am 5. und 6. Juli 1809 eine seiner bedeutendsten Schlachten, sein Gegner, der österreichische Erzherzog Carl, hatte ihm sechs Wochen vorher in der Schlacht von Aspern die erste Niederlage beigebracht und damit den Nimbus der Unbesiegbarkeit des Franzosenkaisers zerstört

diesmal wollte Napoleon daher kein Risiko mehr eingehen, nach sorgfältigsten Vorbereitungen setzte er in der Nacht vom 4. zum 5. Juli - es tobten schauerliche Gewitter - über die Donau, auf neun Brücken, die später auf siebzehn erhöht wurden, marschierten 180.000 Mann, 30.000 Pferde und 584 Geschütze über den reißenden Strom, begleitet von unaufhörlichem Feuer der Mörser und Haubitzen

in Marchfeld ließ Napoleon seine Armee auf einer Frontbreite von 24 Kilometern fächerförmig aufmarschieren, knapp die Hälfte seiner Truppen waren Franzosen, die anderen deutsche Rheinbundkontingente: Bayern, Württemberger, Sachsen, der Aufmarsch ging zügig voran, gegen sechs Uhr abends war die Front formiert, General Massena bildete mit seinem Corps (darunter auch badische Dragoner) den linken Flügel und deckte die Armee gegen die Donau, Bernadotte stand mit seinem sächsischen Corps vor Aderklaa, Eugen Beauharnais, der Stiefsohn Napoleons, zwischen Wagram und Parbasdorf; an ihn schloss sich das Corps Oudinot an, und den äußersten rechten Flügel - gegen Markgraf-Neusiedl zu - bildete Davout, der Schulkamerad Napoleons aus den Tagen der Brienner Militärschule, die Kaiserliche Garde, das Corps Marmont, die Bayern unter Wrede und die schwere Reiterei standen als Reserve bei Raasdorf, dem Hauptquartier Napoleons

die Aufstellung der österreichischen Armee erstreckte sich, an den Bisamberg angelehnt, hinter dem das Marchfeld durchziehenden Russbach bis nach Markgraf-Neusiedl, Erzherzog Carl hatte sein Hauptquartier im Dorf Deutsch-Wagram bezogen - auf Kanonenschussweite (2 km) seinem großen Gegner gegenüber, das österreichische Heer, ein Völkergemisch aus Deutschen, Ungarn, Tschechen, Italienern, war noch nicht vollzählig, denn von Ungarn herauf zog der Bruder Carls, der Erzherzog Johann, mit einem Korps von 11.200 Mann, Napoleon hatte allerdings Reserven bereitgestellt, um die Vereinigung der beiden Heeresteile zu verhindern, der Kampf begann im Zentrum

von vierzig Kanonen ließ Napoleon Parbasdorf und Wagram beschießen, Graf Hardegg, der die österreichische Mitte befehligte, verteidigte sich mit beispielloser Entschlossenheit, die Sonne ging schon unter, als zwei französische Sturmkolonnen den Russbach überschritten und die österreichischen Schanzen erstiegen, sie glaubten, die Stellung nach der fürchterlichen Artillerievorbereitung im Sturm nehmen zu können, an der Einbruchstelle entstand dann auch panische Verwirrung, die nur durch das persönliche Eingreifen des Erzherzogs bereinigt werden konnte, Carl wurde dabei leicht verwundet

auf den Basteien Wiens hatten sich Tausende eingefunden, um die grauenvolle Szene zu sehen, ununterbrochen rollte Donnergrollen, und die Erde zitterte

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