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Die Versenkung der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow

am 13. November 1919 läuft Konteradmiral Meurer mit dem Kreuzer "KÖNIGSBERG" (II) nach dem Firth of Forth aus, um dort von Admiral Sir David Beatty Näheres zu erfahren, an Bord waren auch 3 Mitglieder des Flottensoldatenrates, sie wurden als Verhandlungspartner von Beatty abgelehnt, so mussten sie Meurer alle Vollmachten zu erteilen, laut Betty sollten die Deutschen am 21. November um 8.00 Uhr östlich von May Island in Kiellinie stehen um dann in den Firth of Forth einzulaufen, da würde eine Abrüstungskontrolle der Engländer erfolgen, dies stellte eine Bruch des Waffenstillstandsvertrages dar, da man eigentlich zuerst einen neutralen Hafen anlaufen sollte, der britische 1. Seelord Admiral Wemyss schlug den britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow vor (da geringe Kapazität in neutrale Häfen) dies geschah ohne Absprache mit den neutralen Ländern, Norwegen beispielsweise bestätigte der deutschen Regierung, dass man auf die Aufnahme deutscher Schiffe vorbereitet war, man hat aber auf eine Anfrage der Alliierten vergeblich gewartet

mittags am 19.November lag der Internierungsverband auf Schillig Reede vor Wilhelmshaven, deutscherseits wollte man den minenfreien Weg zwischen Kattegatt und Skagerrak nehmen, die Engländer beharrten auf den Weg durch die Nordsee über Feuerschiff Doggerbank Süd, so mussten die Schiffe erst einmal zur Jade befördert werden, der Führer des Verbandes war Konteradmiral Ludwig von Reuter (Beatty forderte einen deutschen Flaggoffizier als Führer des Verbandes), dabei waren unter anderem die Großkampfschiffe "SEYDLITZ", "DERFFLINGER", und "VON DER TANN", die Linienschiffe "KÖNIG" und "DRESDEN" wahren zur Zeit nicht fahrbereit und folgten später, kaum Vorfälle auf dem Marsch, das Torpedoboot V30 der IX. Flottille sank durch Minentreffer, der Kreuzer "CÖLN" blieb mit Kondensatorschäden liegen, in den Morgenstunden des 21. November näherte sich der Verband dem Treffpunkt, wo bereits die  britische Flotte wartete, unter anderem die gesamte Grand Fleet und Teile der Channel Fleet mit 40 Großkampfschiffen und 160 Zerstörern des weiteren das 6. US-Schlachtschiffgeschwader und 3 französische Einheiten zusammen in etwa 90.000 Matrosen und 370 Kriegsschiffe, man fürchtete eine letzte Verzweiflungstat der Deutschen, der deutsche Verband wurde zum Firth of Forth in die Gefangenschaft eskortiert

die Engländer begannen sofort mit einer provozierenden Durchsuchungsaktion (auch in Privatspinden), am Nachmittag ordnete der britische Flottenchef an, das nach der abendlichen Flaggenparade die deutsche Kriegsflagge nicht mehr gesetzt werden durfte (dies wurde als Demütigung empfunden)

Admiral Ludwig protestierte sofort und suchte das Gespräch mit Beatty dieser wünschte ihn jedoch nicht zu sprechen, Beatty war nicht bekannt für seine Fairness und Höflichkeit und ließ Reuter über den Ort der Internierung bewusst im Unklaren, Reuter ahnte jedoch das es nach Scapa Flow gehen sollte, am Mittag des 22. November lichteten die Torpedoboote die Anker und trafen am nächsten Morgen in Scapa Flow ein, am 24. folgten die Schlachtkreuzer, am 25. die Linienschiffe und am 26. der Rest des Verbandes

die Engländer reduzierten die Besatzungen der Schiffe auf ein Mindestmaß, um gerade noch die wichtigsten Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchzuführen, der Rest der Besatzungen bereitete sich auf die Heimfahrt vor, zurück blieben ca. 200 Offiziere und rund 4500 Matrosen, die den Schikanen der Engländer ständig ausgesetzt waren, so musste ihre Post geöffnet abgeliefert werden (Zensur), der Verkehr zwischen den Schiffen wurde auf Signale und Winksprüche beschränkt, Bootsverkehr gab es nur in Einzelfällen, vom Landgang gar nicht zu sprechen, somit war jedes Schiff fast auf sich allein gestellt, auf der anderen Seite machten die deutschen Soldatenräte sich selbst und ihren Kameraden das Leben schwer indem sie Unruhe stifteten und provozierten, so versuchte der "Oberste Soldatenrat" auf dem Flaggschiff "FRIEDRICH DER GROßE" eine "Sonderrepublik Internierungsverband" zu bilden, Reichswehrminister und Chef der Admiralität rügten das Verhalten der Soldatenräte doch trotzdem war Reuter nicht befugt die Räte (3 Mann pro Schiff) abzusetzen, es ging so weit, das der Kreuzer "EMDEN" (II) dem Admiral anbot als neues Flaggschiff zu dienen,  Reuter nahm dieses Angebot am 25. März an

 nachdem der Versailler Vertrag ausgehandelt war (44 Artikel) erfuhren die Internierten dies erst durch die britischen Zeitungen, demnach war die gesamte Flotte abzugeben, die englische Presse schrieb offen von der Inbesitznahme der deutschen Schiffe, zu diesem Zeitpunkt muss der Entschluss Reuters gereift sein, die Flotte zu versenken, er war der festen Überzeugung, dass die Reichsregierung diesen Vertrag nicht unterzeichnen werde wodurch es erneut zum Krieg gekommen wäre, was den Engländern wiederum das Recht gab die deutschen Schiffe zu besetzen, es zweifelte niemand daran, dass die Engländer die Schiffe auch vorzeitig besetzen würden, Reuter wollte dem zuvorkommen, er versuchte zuerst so viele Männer von den Schiffen ins Reich zu bekommen und so beantragte er am 25. Mai die Heimreise von ca. 50 % der Restbesatzungen, somit blieben auf den Schlachtkreuzern noch 75 Mann, auf den Linienschiffen 50 Mann, den Kreuzern 20 Mann, und auf den Torpedobooten noch 12 Mann zurück, bei der Aussortierung wurden natürlich nichtloyale Männer berücksichtigt

die Engländer dachten, dass Reuter die Übergabe der Schiffe vorbereitete und gaben dadurch dem Ersuchen statt und sandten am 15. Juni Transporter, die am 17. Juni, 2000 Seeleute übernahmen, gleichzeitig erging an die Offiziere der Schiffe der Befehl bei einer gewaltsamen Besetzung der Schiffe durch die Engländer alles für eine Versenkung vorzubereiten, die nach dem Signal "Paragraph 11. Bestätigen" zu erfolgen hatte, um den Befehl zu verstehen muss man wissen, dass die Briten die Internierten über den aktuellen Stand der Friedensverhandlungen in Versailles bewusst im Unklaren gelassen hatten, die Deutschen erfuhren nur durch die "Times" vom 17. Juni, von der ultimativen Forderung der Entente (Bündnis von Staaten gegen das Deutsche Reich während des 1. WK und davor) an die deutsche Delegation, die Vertragsbedingungen innerhalb von 5 Tagen anzuerkennen, andernfalls würden wieder die Waffen sprechen, Reuter hatte also aufgrund seiner Kenntnisse keine andere Wahl mit dem Ablauf des Ultimatums am 21. Juni den Versenkungsbefehl zu geben, ihm war nicht bekannt, das das Ultimatum um 2 Tage verlängert wurde, der Chef des britischen Wachgeschwaders Vizeadmiral Sir Sydney Fremantle glaubte, das er noch 2 Tage Zeit bis zur Besetzung der deutschen Schiffe hatte und lief mit seinem Geschwader am 21. Juni um 10.00 Uhr zu einem Übungsschießen aus, zurückblieben 2 Zerstörer und einige Trawler

 um 11.00 Uhr entfaltete die Signalrah des Flaggschiffes die Zahlen- und Buchstabenflagge das Signal "Paragraph 11. Bestätigen. Chef Internierungsverband", es wurden die Flutventile geöffnet, Kondensatorenklappen geöffnet und seewasserführende Rohre zerschlagen, es wurde auf jedem Schiff die Kriegsflagge gehisst sowie der Kommandantenwimpel, Ankerspills wurden zerstört, dann verließen die Männer ihre Schiffe, als die Engländer sahen was passiert war, begannen sie auf die Besatzungen zu schießen (9 Verluste, darunter Kommandant der "MARKGRAF", Korvettenkapitän Schumann, 14 Verwundete darunter auch Bajonettstichverletzungen)  als erstes Schiff kenterte  "FRIEDRICH DER GROßE", 12.54 Uhr "KÖNIG ALBERT" eine halbe Stunde später "KRONPRINZ" und "KAISER" um 13.30 Uhr "GROßER KURFÜRST" um 14.30 trafen die ersten Zerstörer des Wachgeschwaders ein, doch es waren bereits 12 der 16 Großkampfschiffe gesunken, die Zerstörer beteiligten sich am Schießen auf die Besatzungen, teilweise wurden die Besatzungen auf die Schiffe zurückgedrängt um die Ventile wieder zu schließen, oder man schleppte die Schiffe in seichtere Gegenden (wie die "HINDENBURG") was jedoch ebenfalls nichts half, am Abend waren 52 Schiffe (500.000 BRT) in der Bucht von Scapa Flow gesunken (15 Großkampfschiffe), 3 kleine Kreuzer konnten "gerettet" werden, ebenso 14 Torpedoboote

Admiral Fremantle nannte diese Tat einen verräterischen Akt ("... by this act of treachery..."), im Nachhinein und mit gewissen Abstand konnte auch er ein Gewisses Gefühl der Sympathie nicht verbergen, Großbritannien 1. Seelord empfand die Versenkung als "wahren Segen" war doch so die Aufteilung der Schiffe geregelt

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