Der Panzerzug 27 des Heeres

Panzerzug 27

Aufstellung:

Gliederung:

Stellenbesetzung:

Kommandant  
  Oberleutnant Schulz m. Meldg. v. 00.05.1943
   
 
  Panzer-Triebwagen 15      
  Kommandant    
     
         
         

Angehörige:

A B
  Baecker Dr., ??? - Oberarzt
Borries, Hans - Leutnant d.R.
Braunat, ??? - Panzerzugoberschütze
C D
  Danhausen, Nikolaus - Gefreiter
Dörper, ??? - Gefreiter
Druchleben, ??? - Panzerzugschütze
E F
Eckhardt, ??? - Obergefreiter
Emter, ??? - Unteroffizier
Endruweit, ??? - app. Zahlmeister
Eulenfeld, Heinz - Feldwebel
Feldmann, Kurt - Unteroffizier
Fitze, Otto - Unteroffizier
Florek, ??? - Feldwebel
Frieß, Kurt - Unteroffizier (ROB) und Richtkreis-Unteroffizier
Fritsch, Josef - Gefreiter
G H
Gelbrecht, Max - Unteroffizier und Gruppenführer
Golub, ??? - Gefreiter
Grunow, ??? - Obergefreiter
Hauser, Hermann - Unteroffizier
Helms, Hermann - Panzerzugschütze
Herzig, Johann - Unteroffizier
Hölscher, Wilhelm - Panzerzugschütze
Hühnlein, Fritz - Oberfeldwebel
I J
  Jung, ??? - Panzerzugoberschütze
K L
Kämmerer, ??? - Obergefreiter
Kaspar, Johann - Panzerzugoberschütze
Kastrian, Josef
- Obergefreiter und stv. Pionier-Gruppen-Führer
Klingenberg, ???
- Obergefreiter
Köstel, Josef
- Lokheizer
Krepper, ???
- Obergefreiter
Kretschmer, ??? - Obergefreiter
Krönke, Willi - Unteroffizier
Lackner, Hans - Panzerzugschütze
Leonhardt, Karl-Heinz - Obergefreiter
Löfke, Horst - Leutnant d.R. und Infanterie-Zugführer
M N
Markard, Viktor - Obergefreiter
Mayer, ??? - Gefreiter
Metz, Jakob - Obergefreiter und Geschützführer
Mostowski, ??? - Panzerzugschütze
Nagat, Erich - Unteroffizier
Neubert, Kurt - Panzerzugoberschütze
Nimpsch, ??? - Gefreiter
Nutz, Fritz - Oberfeldwebel
O P
Ossig, Ernst - Unteroffizier Pötschke, Otto - Panzerzugschütze
Prasser, ??? - Obergefreiter
Prescher, ??? - Obergefreiter
Q R
 

Rassler, Reinhold - Obergefreiter
Rebhan, ??? - Unteroffizier
Reisinger, Hermann - Unteroffizier und Richtkreis-Unteroffizier
Ribka, Max - Obergefreiter
Roddewig, ??? - Leutnant

S T

Schaust, Jakob - Gefreiter
Scheurenberg, Horst - Gefreiter
Schikorr, Heinz - Panzerzugoberschütze
Schillings, Hans - Gefreiter
Schneider, ??? - Obergefreiter
Schulz, ??? - Panzerzugschütze
Sill, ??? - Unteroffizier
Speth, Alfred - Gefreiter
Steinkamp, ??? - Panzerzugschütze
Szillat, ??? - Panzerzugoberschütze

Tiessen, ??? - Panzerzugoberschütze
Torge, Fritz - Unteroffizier
Turowski, ??? - Panzerzugoberschütze

U V
 

Vogel, ??? - Gefreiter

W XYZ

Witt, ??? - Panzerzugoberschütze
Wuttke, ??? - Obergefreiter

Zimmer, ??? - Panzerzugschütze

Kriegseinsatz:

1943

    Januar:

    a.)

Da der Feind während der Berichtszeit in diesem Abschnitt keine Angriffsunternehmungen durchführte, durfte der Zug auf Befehl des Bv.T.O. aus Tarnungszwecken nicht zur Sicherung der Strecke fahren.
Ein Arbeitskommando wurde täglich zu Umbauarbeiten am Bhf. Nowo Dugino eingesetzt. 1 Bombentrichter an den Gleisen des Bhfs. wurde ausgefüllt und das Gleis wieder hergestellt.
Panzerlok wurde bei Überfüllung des Bhfs. zu Rangierarbeiten herangezogen.
Am 17.1.1943 befand sich die Panzerlok zur Kesselwäsche in Wjasma und wurde dort während eines Fliegerangriffs durch Bombensplitter getroffen. Die Splitter durchschlugen die Panzerung, die Panzertür zum Luftsaugeventil ist in der ganzen Länge geplatzt. Betriebswichtige Teile wurden nicht beschädigt.
Flak wurde zur Flugabwehr eingesetzt.
Nachrichtentrupp stand täglich mit AOK 9 und XXXIX. Pz.A.K. in Funkverbindung.

Februar:

a.) Einsätze:

01.02. - 28.02.1943: Standort Nowo Dugino, dem XXXIX. Panzer-Armeekorps unterstellt
Aufgabe: Sicherung der Strecke Wjasma-Rshew. Keine Feindberührung, da der Feind in der Berichtszeit in diesem Abschnitt nur örtliche Angriffe durchführte.
23.02.1943 - Besichtung des Einsenbahn-Panzerzuges durch Herrn General Martinek, Kommandierender General des XXXIX. Panzer-Armeekorps mit Vorführungen
24.02.1943 - Auf befehl des Bv.T.O. 9. Armee wurde der Wohnzug nach Krasnibor überführt
27.02.1943 - Ankunft des Wohnzuges in Krasnibor

März:

a.) Einsätze:

01.03. - 23.03.1943: Sicherung der Bahnlinien bei der Absetzbewegung im Raum Rshew - Wjasma zur Verkürzung der Front. Keine Feindberührung.
24.03. - 31.03.1943: Sicherung im Raum Mogilew:

27.03.: Sicherungsfahrt Mogilew-Shlobin
29.03.: Sicherungsfahrt Mogilew-Kritschew. nach Aussage der Bahnstreife ist der Zug über eine Mine gefahren, die jedoch nicht zur Entzündung kam.
30.03.: Sicherungsfahrt Mogilew - Drutbrücke (Richtung Ossipowitschi)
31.03.: Sicherungsfahrt Krupki - Prijamino und Krupki - Bobr

April:

a.) Einsatz: Aufgabe:

Sicherung der Hauptstrecke Borissow-Orscha, besonders das durch Banden gefährdete Gebiet zwischen Prijamino und Slawnoje

Die Sicherung wurde in vielen Tag- und Nachteinsätzen durchgeführt und so die gefährdete Strecke überwacht. Während dieser Zeit wurde die Strecke 6 mal gesprengt, 4 dieser Sprengungen wurden vom Eisenbahn-Panzerzug 27 allein beseitigt, bei 2 Sprengungen übernahmen Hilfszüge die Fortsetzung der Arbeit.
Insgesamt wurden von Eisenbahn-Panzerzug 27 10 Wagen aufgegleist, 5 Wagen von den Schienen abgezogen, 1 Wagen gesprengt, 11 Schienen und 35 Schwellen ausgewechselt. Bei 2 Sprengungen wurde entdeckt und unschädlich gemacht. Bei einer Sprengung waren 4 Güterwagen derartig ineinandergefahren, daß ein Auseinanderziehen mit Winden und Lok nicht möglich war. Hierzu wurden beide Panzer abgerollt und erfolgreich eingesetzt. Der anschließende Einsatz mit den panzern in eine Ortschaft, wohin die durch Spürhund aufgenommene Spur des Sprengtrupps führte, blieb erfolglos.
Die Artillerie des Zuges wurde im Berichtsmonat nicht eingesetzt.
Am 16. und 17.04.1943 wurde der Eisenbahn-Panzerzug 27 auf Befehl der 286. Sicherungs-Division auf der Strecke Orscha-Mogilew eingesetzt. Bei einer Erkundungsfahrt in den Abendstunden des 16.04.1943 wurden 2 verdächtige Personen 4 km südlich von Lotwa an der Strecke beobachtet. 1 Panzer und 1 Infanteriegruppe wurden ausgebootet und durchsuchten den angrenzenden Wald und eine Ortschaft, jedoch ohne Erfolg. In der Nacht vom 16. auf den 17.04.1943 wurde der Eisenbahn-Panzerzug 27 nach Mogilew zum Schutz des Bahnhofs gerufen. Dort hatte es nach einem kurzen Bombenangriff ein längeres Feuergefecht gegeben. Man vermutete einen Angriff von Fallschirmjägern. Da bei Eintreffen des Kampfzuges alles wieder ruhig geworden war, kehrte der Kampfzug gegen 01.30 Uhr nach Lotwa zurück.
Am 20., 21. und 22.04.1943 wurde der Eisenbahn-Panzerzug auf der Strecke Orscha-Witebsk auf Befehl der  286. Sicherungs-Division eingesetzt. Zwischen Bahnhof Stajki und Boguschewskoja wurde Nacht für Nacht gesprengt. In 2 Nächten führte der Eisenbahn-Panzerzug Nachteinsätze durch, die jedoch ohne Feindberührung blieben. Strecke wurde in diesen beiden Nächten nicht gesprengt.
Zur Sicherung des Hauptstrecke stellte der Eisenbahn-Panzerzug 27 während des ganzen Monats einen Lauerspähtrupp mit MG in der Nähe des Bahnhofes Krupki. Mehrere Male wurden von diesem Spähtrupp Banditen verjagt, die in der Nähe Ihre Sprengladungen anbringen wollten. An den Ein- und Ausfahrtssignalen des Bahnhofes wurde je 1 Doppelposten als Streife eingesetzt.

Mai:

Aufgabe:

I.) 01. - 14.05.1943:
Einsatz im Rahmen des Unternehmens "Maikäfer".
Westlich des Drut wurden auf breiter Front in Richtung Bobruisk-Osipowitschi Banditenlager bekämpft. Eisb Pz Zug 27 hatte die Aufgabe, den einzigen Nachschubweg Mogilew - Drutbrücke zu sichern Ein Batl. wurde vom Zug in seinen Bereitstellungsraum transportiert. Zu Beginn des Unternehmens unterstützte die Artillerie des Zuges die vorstoßenden Inf.Kompanien. Ws wurde ein zweistündiges Planschießen auf Waldlager durchgeführt, die durch V-Leute auf der Karte angegeben wurden. Später wurde festgestellt, daß das Feuer gute Wirkung gehabt hat.
Dem Eisb Pz Zg 27 wurden für einige Tage, die an der Strecke befindlichen Stützpunkte mit ihren Besatzungen taktisch unterstellt. Der Kommandant wurde für die Sicherung der Stützpunkte verantwortlich gemacht. Da sich nach Aussagen von V-Männern auch westlich des Drut Banditen befanden, wurden entlang der Bahnlinie Stoßtrupps und Lauerspähtrupps angesetzt. Dabei wurden insgesamt 19 Banditen gefangengenommen (darunter ein Überläufer in deutscher Polizeiuniform und ein Banditenführer, der später sehr wertvolle Aussagen machte) und einer erschossen. Eigene Verluste traten nicht ein.

II.) 15. - 31.05.1943:
Am 15.5. 01.45 Uhr wurde Eisb Pz Zg 27 auf Befehl des Heer.Geb.Mitte aus dem Unternehmen "Maikäfer" herausgezogen und erhielt die Aufgabe, die Strecke Mogilew - Kritschew gegen Bandenüberfälle zu sichern. In dieser Nacht waren der Bahnhof Tschaussy und Weremeiki durch starke Bandentrupps angegriffen worden. Trotzdem der Zug bis nach Tschaussy 110 km zurücklegen mußte, kam er noch zurecht, um die sich zurückziehenden Banden mit Artillerie zu beschießen. Nach Aussagen von Landeseinwohnern sollen die Banditen dabei empfindliche Verluste gehabt hauen. Ein Angriff auf Stützpunkte erfolgte in der Berichtszeit nicht wieder. Die Bandentrupps bewegten sich südlich der Bahnlinie von einem Dorf bzw. Waldstück zum anderen. Mehrere Male wurden Dörfer und Waldstücke, die nach Angaben der Stützpunkte gerade von den Banditen besetzt waren, mit allen Waffen des Zuges unter Feuer genommen. Dabei wurde ein Dorf in Brand geschossen. Es wurde beobachtet, daß eingelagerte Munition in die Luft ging. Später wurde gemeldet, daß der Stab der Banditen getroffen worden war und die Banden gerade unter Führern und Unterführern starke Verluste gehabt hätten.
Sechsmal wurde die Strecke zwischen Weremeiki und Resta gesprengt. Zweimal davon vorzeitig, sodaß kein Zug auf die Sprengstelle auflief. Zweimal musste ein Hilfszug angefordert werden da eigene Kräfte zur Behebung des Schadens (3 Urlauberwagen entgleist, 1 Lok. entgleist) nicht ausreichten. Strecke ist eingleisig und Behebung des Schadens war nur durch Hilfe von beiden Seiten möglich. Es wurden insgesamt 4 Wagen und ein Tender aufgegleist, ein Wagen von den Schienen abgezogen. 8 Schienenlängen und 24 Schwellen wurden ausgewechselt.
Am 27.05. zwischen 21,45 Uhr und 23,40 Uhr wurde Mogilew in rollendem Einsatz von russischen Fliegern angegriffen. Der am Ostbahnhof abgestellte Wohnzug (Kampfzug befand sich während dieser Zeit zur Sicherung auf der Strecke) war stark gefährdet, da zahlreiche Bomben in seiner Nähe abgeworfen wurden. Es entstanden jedoch keinerlei Verluste an Menschen und Material

III.) Einsatzbericht der Artillerie des Eisb Pz Zg 27.
Die Artillerie wurde im Berichtsmonat 8 mal eingesetzt. Es wurden Bandenlager, Partisanendörfer und Waldlager im direkten Schuß und durch Planfeuer wirkungsvoll, bekämpft.
Beim direkten Beschuß des Ortes Prudok auf 3000 m gerieten nach den ersten Treffern die Häuser in Brand. Es wurde nur mit Sprenggranaten geschossen. Die Bekämpfung im Planfeuer erfolgte mit Hilfe der dem Eisb.Pz Zg 27 zur Verfügung gestellten Kartenunterlagen 1 : 50000. Bei den großen Schussentfernungen von 9800 m und 10400 m wurde mittels Planfeuer noch gute Wirkung erzielt. Der Munitionsverbrauch im Berichtsmonat beträgt 750 Schuss 7,62-Sprenggrabaten 284 (r). Der Munitionsnachschub erfolgt über Befehlshaber Heeresgebiet Mitte, Munitionslager Orscha.


Juni

Aufgabe: Sicherung der Strecke Mogilew-Kritschew.

In den ersten Junitagen war die Bandentätigkeit an dieser Strecke besonders rege. Trotz dauernder Nachteinsätze ausgesetzter Jagdkommandos und Lauer-Spähtrupps konnten Sprengungen nicht verhindert werden. 7 mal wurde die Strecke gesprengt, 2 mal wurden durch Eisb Pz Zug 27 Minen (3 Stück) ausgebaut. Die an den Sprengstellen abgesetzten Panzer und Jnfanteriestoßgruppen hatten nur geringen Erfolg. Ein verwundeter Bandit wurde gefangengenommen, einer tötete sich selbst durch eine Handgranate, die er nach der Stoßgruppe werfen wollte, und einer ging mit einer Mine in die Luft. In einem Dorf wurden bei einer Razzia Minenabzugsschnur sowie Schlagbolzen für Druckminen gefunden. Vom Eisb Pz Zug 27 wurden insgesamt 9 Schienen und 44 Schwellen ausgewechselt. Eine Lok mit Tender, ein Tender und 6 Wagen aufgegleist, sowie 4 Wagen von der Schiene abgezogen. 2 mal musste ein Hilfszug zu Aufräumungsarbeiten herangeholt werden. Da es die Banditen in der Hauptsache auf den dort verkehrenden SF-Zug 881/981 abgesehen hatten, wurde der Zugleitung vorgeschlagen, diese Züge im besonders gefährdeten Gebiet dem Panzerzug auf Sicht nachfahren zu lassen. Von diesem Tage ab konnte der Urlauberzug ungefährdet die Strecke durchfahren.
Am 2.6.1943 überfuhr Eisb Pz Zug 27 eine Zugmine, die abgezogen war, jedoch nicht zur Entzündung kam. Sie wurde ausgebaut und unschädlich gemacht.

2.) 17.06. - 30.6.1943 Standort Krasnyi Bereg,
Aufgabe: Sicherung der Strecke Bobruisk - Shlobin - Buda Korschelewskaja

Bei der Überführung des Kampf- und Wohnzuges von Mogilew nach Krasnyi Bereg am 17.6.1943 durch eine Vorspannlok wurde in der Nähe von Bishoff unter dem Gleis eine Granate zur Entzündung gebracht, die jedoch nur 4o cm Schiene heraussprengte. Der ganze Kampfzug rollte über die beschädigte Stelle hinweg. Nach 5o Minuten waren eine Schiene und 2 Schwellen ausgewechselt und der Zug konnte seine Überführungsfahrt fortsetzen. Spuren der Banditen konnten infolge dichten Waldes und der sumpfigen Gegend nicht festgestellt werden. Am gleichen Tag fuhr der Kampfzug um 23.15 Uhr bei der ersten Sicherungsfahrt in der Nähe von Buda Korschelewskaja auf eine Druckmine. Der vorgeschobene Sandwagen wurde schwer beschädigt (Achsbuchse weggesprengt, Bremsgestänge zerrissen, Holzaufbau auseinandergerissen) und der nachfolgende Gerätewagen entgleiste mit beiden Achsen. Aus der Schiene war eine Länge von 1,30 m herausgesprengt und ein Loch von 1 m Tiefe entstanden. Der Sandwagen wurde von der Schiene abgezogen und der Gerätewagen aufgegleist. Nach 3 Stunden konnte das Gleis dem Verkehr übergeben werden. Mit dem Spürhund des 150 m entfernten Stützpunktes wurde die Spur der Banditen aufgenommen und vom Stoßtrupp verfolgt. Die Spur führte bis zum nächsten Dorf. Von da ab hatten die Banditen vermutlich Pferde benutzt, so dass eine weitere Verfolgung unmöglich war. Im Dorf selbst konnte nichts Verdächtiges festgestellt werden.
Am 21.6.1943 war der Eisb Pz Zug 27 am Unternehmen "Wolfsjagd" beteiligt. Beide Panzer, der Pz.Spahwagen und der Infanteriezug hatten eine Seite des gebildeten Kessels zu sichern, so dass ein Durchbrechen ausweichender Banden verhindert werden konnte. Der Zug selbst sicherte an der Bahnstrecke. Der Erfolg des Unternehmens war sehr gering, da die Banden vermutlich schon vorher das Jagdgebiet verlassen hatten. Vom eigenen Jagdkommando konnte ein Verdächtiger festgenommen werden.
Nach dem Unternehmen "Wolfsjagd" erfolgte ostwärts Shlobin keine Sprengung mehr. Die Banditen verlegen ihr Betätigungsfeld jetzt westl. Shlobin. Der Kampfzug und Lauerspähtrupps werden jede Nacht eingesetzt. Es gelingt, 3 Sprengungen zu verhindern. 2 Banditen werden erschossen, Munition und Sprengstoff sichergestellt. 1 Mine wird ausgebaut, 5 Schienen und 20 Schwellen ausgewechselt. 2 Lok und 6 Wagen können aufgegleist werden. Am 28.6.43 besichtigen der Divisionskommandeur der 203. Sich.Div. Generalleutnant Pilz und ein General vom Heer.Geb. Mitte die durch den Sicherungsbereich der Division führenden Eisenbahnlinien und Stützpunkte mit dem Panzerzug 27. Dabei wurden Kampf- und Wohnzug des Eisb Pz Zg 27 besichtigt. Generalleutnant Pilz war für alles sehr interessiert und sprach dem Zug seine volle Anerkennung aus.

3.) Einsatzbericht der Artillerie:
Die Artillerie des Eisb Pz, Zg 27 wurde im Berichtsmonat einmal zum direkten Beschuß des Ortes Piremitschi und eines guten Beobachtungspunktes der Banditen mit gutem Erfolg eingesetzt. Der Munitionsverbrauch betrug 43 Schuß 7, 62 cm Pzsprg.-Granaten. Der Nachschub erfolgte über Bef.H. Heer.Geb. Mitte. Besondere Vorkommnisse: keine.

Aufgabe Juli: Sicherung der Strecken Bobruisk - Shlobin - Buda - Korschelewskaja, Shlobin - Rogatschew, Shlobin - Mormal.

Im Berichtsmonat waren die Banden besonders auf der Hauptstrecke Bobruisk - Gomel erhöht tätig. Der Zug mußte fast ununterbrochen Tag und Nacht eingesetzt werden. Lauerspähtrupps wurden ausgesetzt und Jagdkommandos durchkämmten die in Bahnnähe liegenden Ortschaften. Am 7.7.1943 wurde der Panzerzug im Rahmen des Unternehmens "Julia" auf der Südstrecke (Shlobin - Mormal) eingesetzt. Der Zug übernahm die Sicherung der Strecke, der ausgebootete Teil (Infanterie-Zug in Stärke von 45 Mann, 2 Panzer und Panhard) die Abriegelung des Bandengebietes. Der Panzerzug hatte keine Feindberührung.
Am 15.7.1943 wurde der Zug erneut auf der Südstrecke zur Entlastung der Stützpunkte und Überwachung der Strecke eingesetzt; 2 verdächtige Ortschaften wurden abgeriegelt und durchsucht Nach Aussagen der Bevölkerung sollten hier täglich Banditen in deutscher Uniform verkehren. Es konnte nichts festgestellt werden. Auf der Rückfahrt fuhr der Panzerzug auf eine Mine, die unter der Lok abgezogen werden sollte, jedoch erst unter dem folgenden Flakwagen zur Entzündung kam. Der Boden der Küche wurde durchschlagen, der hintere Teil des Zuges entgleiste. Der Umfang der Sprengung ließ auf eine Sprengladung von über 30 kg schließen. Überdies war eine Granate schweren Kalibers eingebaut.  2 Mann wurden vom Zug geschleudert und 1 Mann dabei leicht verletzt.  3 in das nächste Dorf flüchtende Banditen wurden sofort unter Feuer genommen und einer dabei getötet. Ein Infanterietrupp setzte sofort nach. Im Dorf selbst verlor sich die Spur. Die Bevölkerung verweigerte die Aussage. Der nächste Stützpunktführer bestätigte, daß das Dorf banditenverseucht sei. Das Dorf wurde im direkten Beschuss der Artillerie und Flak unter Feuer genommen, einige Häuser, in denen Munition gefunden wurde, zerstört. Flak- und Kommandanten-Wagen konnten selbst aufgegleist werden. Der Hilfszug, der infolge der häufigen Sprengungen auf der Hauptstrecke überbeansprucht war, konnte erst im Laufe des 20. und 21.7.1943 die übrigen Wagen aufgleisen. Der Kommandantenwagen konnte im Bw. Shlobin sofort wieder einsatzbereit gemacht werden. Flak-, Artillerie-, Pz.-Träger- und Gerätewagen mussten ins RAW Minsk, von dort aus zum RAW Ostrowo überführt werden.
Am 20. und 21.7.1943 besichtigte der Divisionskommandeur, Generalmajor Krech, mit dem Panzerzug die gefährdeten Teile der Straße Bobruisk - Osipowitschi - Divisionsgrenze und eine gesprengte Brücke.
I
m Laufe des Monats konnten 1 Mine (über 5o kg) ausgebaut werden. 19 Schienen und 69 Schwellen wurden ausgewechselt, eine Lok mit Tender und 13 Wagen aufgegleist, 2 von der Strecke abgezogen. Am Monatsende war die Sprengtätigkeit der Banditen an der Strecke Bobruisk - Gomel geringer geworden.
Einsatzbericht der Artillerie:
Die Artillerie des Panzerzuges wurde im Berichtsmonat im Rahmen des Unternehmens "Julia" am 07.07.1943 zur Bekämpfung von Bandenlagern eingesetzt. Außerdem wurde am 15.7.1943 der Ort Mormal durch die Artillerie im direkten Beschuss unter Feuer genommen. Munitionsverbrauch: 147 Sprenggranaten.
Der Artilleriewagen 2 wurde durch die Sprengung beschädigt und befindet sich im RAW Ostrowo. Schäden an den Geschützen sind nicht aufgetreten.

Stärke:

Datum  
01.01.1943 127 (15)
01.02.1943 116 (14)
01.03.1943 128 (12)
01.04.1943 125 (11)
01.05.1943 121 (10)
01.06.1943 119 (8) einschl. 6 Hiwi
01.07.1943 126 (9) einschl. 6 Hiwi
01.08.1943 123 (10) einschl. 6 Hiwi
   

Unterstellung:

Datum   kommandiert
01.04. - 29.04.1943

Befehlshaber Heeresgebiet Mitte

286. Sicherungs-Division (Sicherungs-Regiment 122)
30.04.1943  
01.05.-16.06.1943  
17.06.-30.06.1943

203. Sicherungs-Division

 
03. - 31.07.1943  
     

Standort:

Datum  
01.03. - 03.03.1943 Nowo Dugino
04.03. - 09.03.1943 Durowo
10.03. - 13.03.1943 Smolensk, Hauptbahnhof
14.03. - 23.03.1943 Krasnibor
24.03. - 31.03.1943 Mogilew
31.03. - 29.04.1943 Krupki
30.04. - 31.06.1943 Mogilew, Ostbahnhof
01. - 03.07.1943 Krasnyj Bereg
03. - 31.07.1943 Shlobin

Ersatz:

Quelle:

  • ZAMO 500-12451 Akte 457

Buchhinweis: