das spätere Transportgeschwader 1 der Luftwaffe
entstand mit Beginn der zweiten Aufstellungswelle der fliegenden Verbände ab 1937, Oberstleutnant Morzik,
bisher Sachbearbeiter im Oberkommando der Luftwaffe, war der geistige Vater
dieser neuen Einheit, sein Gedanke war, Flugzeugstaffeln aufzustellen, die
nicht nur die Bataillone der neugeschaffenen Fallschirmjägertruppe bis zu den
befohlenen Absprungzielen schaffen, sondern auch den kämpfenden Einheiten des
Heeres Güter aller Art in die frontnahen Gebiete transportieren sollten,
hierzu eignete sich als bester Flugzeugtyp das von Ernst
Zindel 1932 konstruierte Flugzeug Ju 52
so entstand 1937
in Fürstenwalde die Kampfgruppe z. b. V. 1 mit drei Staffeln (je 9 Maschinen)
und drei Flughafenbetriebskompanien, Oberstleutnant
Morzik wurde erster Kommandeur, schon mit Beginn des Polenfeldzuges am 1. September 1939 stand die Kampfgruppe im
Einsatz, sie transportierte u. a. die ersten Kompanien der
Fallschirmjägertruppe und ein Bataillon der 22. Infanteriedivision zum Einsatz
an die Front, zwischen den Feldzügen entstanden weitere Kampfgruppen z.b.V.,
die nun zum Transportgeschwader 1 erweitert wurden, vom
9. bis 13. April 1940 flogen Ju 52 die
Männer des Fallschirmjägerregiments 1 nach Norwegen und setzten diese zwischen
Oslo und Stavanger ab, später auch bei Namsos, Dombas und Narvik
der Höhepunkt des Fallschirmjägereinsatzes
erfolgte beim Beginn des Westfeldzuges im Mai 1940,
als die Maschinen des Transportgeschwaders 1 die Fallschirmjäger über
Eben-Emael, Rotterdam und Amsterdam absetzten, genau ein Jahr später brachten
Ju 52 Fallschirmjäger zum Absprung an den Kanal von Korinth und danach - unter
eigenen schweren Verlusten - nach Kreta
der Höhepunkt in der Geschichte des
Transportgeschwaders 1 kam aber mit dem Ostfeldzug, als im schweren Winter 1941/42 die Rote Armee zur Gegenoffensive
ansetzte und deutsche Truppenverbände nicht nur weit nach Westen zurückwarf,
sondern in sogenannten Kesseln einschloß, als das II. und Teile des X.
deutschen Armeekorps um Demjansk zerniert worden waren, übernahm Oberst Morzik (bisher Kommodore des Transportgeschwaders
1) die Stelle eines Lufttransportführers Ost, um die Versorgung der
eingekesselten deutschen Truppen sicherzustellen, seine ihm unterstellten 220
Ju 52 flogen bis März 1942 insgesamt 38 000
Einsätze, versorgten die Heeresverbände mit 24000 Tonnen Lebensmitteln u. a.
m., transportierten 15.400 Soldaten in den Kessel und brachten 22 093
Verwundete zurück
die größte Leistung des Transportgeschwaders 1
stellte zwischen 23. November 1942 bis zum 2. Februar 1943 die Versorgung der 6. Armee im
Kessel von Stalingrad dar, hier wurden in 72 Tagen - meist bei Nacht - 8350
Tonnen Nachschub ein- und rd. 30000 Verwundete ausgeflogen
weitere Einsätze, bei denen es hohe Verluste
gab, waren die Versorgung der 1. Panzerarmee im Kessel von Kamenez-Podolsk
(März/April 1944), der eingeschlossenen Heeresgruppe Kurland (Februar bis
April 1945) und der "Festung" Breslau bis zu deren Kapitulation Ende April 1945