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Mitte 1919 entsteht in einem Gespräch zwischen Ludendorff und dem Chef der britischen Militärmission in Deutschland, die Dolchstoßlegende, das Gespräch bezog sich auf das letzte Kriegsjahr in dem die Front nicht durch die Heimat unterstützt wurde (Ludendorff), durch die Dolchstoßlegende bot sich eine propagandistisch wirksame Erklärung der nationalen Demütigung, somit konnten die alten Eliten und die Rechte leicht vom eigentlichen Grund des Zusammenbruchs ablenken, die primär im politisch-sozialen System lagen

Paul von Hindenburg (seit 25.06.1919 in Ruhestand) macht am 18.11.1919 vor der Nationalversammlung (Ausschuss über Schuldfrage) eine Aussage über den Zusammenbruch des Deutschen Heeres:

In dieser Zeit setzte die heimliche planmäßige Zersetzung von Heer und Flotte als Fortsetzung ähnlicher Erscheinungen im Frieden ein [...]. So mussten unsere Operationen misslingen, es musste der Zusammenbruch kommen, die Revolution bildete nur den Schlussstein. Ein englischer General sagte mit Recht: Die deutsche Armee ist von hinten erdolcht worden. [...] Wo die Schuld liegt, ist klar erwiesen.

→ falsche Darstellung, denn die kaiserlichen Generale wussten genau, dass der Krieg bereits verloren war (schon vor den Auflösungserscheinungen an der Westfront, die auf Erschöpfung und Verzweiflung zurückzuführen waren)

→ OHL forderte selbst die Regierung auf zu kapitulieren (siehe Seite 1, 23.06.1919) Revolution erst im Vorlauf, als Illusion vom Siegfrieden gebrochen war (Ludendorff bezeichnet in seinem Buch „Kriegserinnerungen“ Amerika als „... kriegsentscheidende Macht ...“

General von Schönaich schreibt am 23.08.1924 in der FAZ: „... der deutsche Militarismus beging Selbstmord...

8.Dezember 1919 Gründung der „Zwischenstaatlichen nationalsozialistischen Kanzlei des deutschen Sprachgebiets“ unter Dr. Walter Riehl in Wien
Wie die meisten Schiffe der Hochseeflotte lag auch das Linienschiff  "FRIEDRICH DER GROSSE" auf Reede in Kiel, auf diesem Schiff dienten u.a. die Matrosen Max Reichpietsch und Albin Köbis beide waren Agitatoren und Organisatoren der revolutionären Bewegung unter den Matrosen der Kaiserlichen Hochseeflotte, sie wirkten maßgeblich an der Vorbereitung des Matrosenaufstandes mit, weil sie die Sinnlosigkeit des Krieges erkannt hatten
Reichpietsch, Max, *24.10.1894 Charlottenburg, + 5.9.1917 Wahn bei Köln, Matrose, Revolutionär, er diente auf dem Linienschiff "Friedrich der Große" und war dort Agitator und Organisator der revolutionären Bewegung unter den Matrosen der Hochseeflotte im Sommer 1917, gemeinsam mit Albin Köbis wirkte er maßgeblich an der Vorbereitung des Matrosenaufstandes mit

25. August: Ein Kriegsgericht fällt nach einer Meuterei von Matrosen in Wilhelmshaven 5 Todesurteile und mehrere langjährige Zuchthausstrafen. Der Oberbefehlshaber der Flotte begnadigt 3 Todeskandidaten, der 23jährige Oberheizer Max Reichpietsch und der 25jährige Heizer Albin Köbis werden durch Erschießen auf dem Schießplatz Wahnerheide bei Köln erschossen, nachdem im September 1917 die juristisch höchst fragwürdige Todesurteile vollstreckt worden waren, mahnte Scheer die Marineoffiziere zwar zur größeren Fürsorge gegenüber den Untergebenen, aber das eigentlichen Grundproblem, die mangelnde Schulung seiner Offiziere in der Menschenführung, wurde nicht behoben

27./29. Oktober 1918: Beginn der Meutereien auf den Schiffen der Hochseeflotte. Die geplanten Unternehmungen - Vorstoß zur Themsemündung - muss aufgegeben werden.

1. November: Beginn der Meuterei in Kiel, wenige Tage später hissen die Meuterer auf verschiedenen Kriegschiffen rote Flaggen, dies war die Geburtsstunde der "Dolchstoßlegende", über den unmittelbaren Anlass sagt der zur Untersuchung der Vorfälle später einberufene Ausschuss, daß die Gehorsamsverweigerungen einiger Besatzungen darauf zurückzuführen sind, daß die betreffenden Mannschaften innerlich zermürbt und von der Bewegung im Lande erfasst waren, sie glaubten, daß auch durch eine siegreiche Schlacht der Ausgang des Krieges feststehe, deshalb wäre der Einsatz der Flotte aus Prestigegründen befohlen worden,  außerdem waren sie der Meinung, die Regierung des Prinzen Max v. Baden sei mit dem Flottenstoß nicht einverstanden und die Verhandlungen über einen Waffenstillstand würden unmöglich werden. Daher waren sie der Meinung, es wäre
nutzlos, zu diesem Zeitpunkt noch das Leben einzusetzen. Diese Auffassung unter den Mannschaften habe von Außen her Stütze und Kräftigung erfahren.

Ø      republikanische Parteien unterschätzten Wirkung der Dolchstoßlegende, sie unterließen es die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass das Kaiserreich für die Kriegsniederlage, dem Waffenstillstandsabkommen und dem Friedensvertrag die Verantwortung trägt

→ fatale Folgen, da die von prominenten kaiserlichen Militärs und Politikern ( mit Unterstützung konservativer und rechtsradikaler Zeitungen) ständig verbreitete Dolchstoßlegende in breiten Bevölkerungsschichten, die sich nicht mit der Sinnlosigkeit ihrer Entbehrungen und den Kriegsopfern abfinden wollten, anklang fand (rechtsradikale Lager und der DNVP, Freikorps und Reichswehr bis in die Reihen der bürgerlichen Parteien und der Kirchen)

→ Dolchstoßlegende wirkte ihrerseits als Dolchstoß „in den Rücken des neues Staates“ (Albert Schwarz)

Buchhinweise:

               

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